Warum das Briefing über Erfolg oder Misserfolg entscheidet
Ein Grafikdesigner kann nur so gut arbeiten, wie das Briefing ihm ermöglicht. Wenn Sie sagen: „Macht mal ein Logo, irgendwie modern", bekommt der Designer alle Freiheiten, aber keine Richtung. Das Ergebnis ist dann zufällig gut.
Ein präzises Briefing ist keine Einschränkung der Kreativität, es ist das Fundament, auf dem Kreativität entstehen kann.
Die vollständige Briefing-Checkliste
A. Über Ihr Unternehmen
- Was macht Ihr Unternehmen? (kurze Beschreibung, ohne Fachjargon)
- Wie lange sind Sie am Markt?
- Was sind Ihre wichtigsten Stärken und Alleinstellungsmerkmale?
- Gibt es bereits ein bestehendes Corporate Design (Logo, Farben, Schriften)?
- Wenn ja: Was funktioniert daran, was nicht?
B. Ziele des Projekts
- Was soll das Endprodukt bewirken? (z. B. Neukunden gewinnen, Mitarbeiter begeistern, auf einer Messe eingesetzt werden)
- Gibt es einen konkreten Anlass? (Jubiläum, Produktlaunch, Messeauftritt)
- Was ist der Unterschied zwischen dem, was Sie heute haben, und dem, was Sie wollen?
C. Zielgruppe
- Wer sind Ihre Kunden? (Alter, Branche, Region, Entscheidungsverhalten)
- Was ist diesen Menschen wichtig? Was überzeugt sie?
- Was sollen die Betrachter beim ersten Anblick denken oder fühlen?
D. Wettbewerber und Umfeld
- Wer sind Ihre wichtigsten Wettbewerber?
- Gibt es Designs von Wettbewerbern, die Sie gut oder schlecht finden? (Beispiele nennen)
- Was soll Ihr Design von diesen unterscheiden?
E. Stilrichtung
- Gibt es visuelle Inspirationen? (Webseiten, Logos, Broschüren aus anderen Branchen, die Sie ansprechend finden)
- Welche Begriffe beschreiben den gewünschten Stil? (z. B. seriös, frisch, handwerklich, tech, nachhaltig)
- Was möchten Sie auf keinen Fall? (z. B. bestimmte Farben, Stilrichtungen)
F. Technische Anforderungen
- In welchen Medien wird das Design eingesetzt? (Printdesign, Web, Außenwerbung, Social Media, Fahrzeuge)
- Gibt es Formatvorgaben? (DIN A4, Banner-Größe, App-Icon)
- Welche Dateiformate werden am Ende benötigt?
G. Projekt-Rahmenbedingungen
- Was ist Ihr Budget für das Projekt?
- Bis wann wird das fertige Design benötigt?
- Wer ist auf Ihrer Seite der Ansprechpartner für Freigaben?

Die wichtigsten Fehler im Briefing
Fehler 1: „Wir wissen schon, was wir wollen" ohne Belege
Wenn Sie wissen, was Sie wollen, zeigen Sie es. Visuelle Beispiele sind wertvoller als tausend Worte.
Fehler 2: Zu viele Entscheider
Wenn fünf Personen das Briefing geschrieben haben und jeder etwas anderes will, gibt es kein klares Ergebnis. Definieren Sie eine verantwortliche Person.
Fehler 3: Budget nicht kommunizieren
Ohne Budgetrahmen kann der Designer nicht wissen, ob er eine schlichte Lösung oder eine aufwändige erarbeiten soll. Das Budget beeinflusst Komplexität, Umfang und Zeitrahmen.
Fehler 4: Briefing als Ideen-Pitch statt als Auftrag
„Wir stellen uns so etwas wie ein Pfeil nach oben vor, vielleicht in Blau, aber auch Grün wäre schön, und irgendwie modern", das ist keine Briefing, das ist ein halbgarer Ideenstream. Trennen Sie Ihre Assoziationen von Ihren Zielen.
So funktioniert ein gutes Briefing-Gespräch
In einer professionellen Agentur beginnt das Briefing nicht mit einem Formular, sondern mit einem Gespräch. Der Projektleiter stellt gezielte Fragen, hört aktiv zu und hinterfragt auch scheinbar selbstverständliche Aussagen.
Aus diesem Gespräch entsteht dann das schriftliche Briefing, das beide Seiten unterschreiben. Es ist die Grundlage für Angebot, Zeitplan und Kreativarbeit.
Gut gebrieft ist halb gewonnen
Ein präzises Briefing spart Zeit, Geld und Nerven, auf beiden Seiten. Wer gut vorbereitet in ein Grafikdesign-Projekt startet, bekommt bessere Ergebnisse, schneller.
Das team WERBEAGENTUR in Amberg begleitet Sie durch den gesamten Briefing-Prozess – von der ersten Frage bis zum fertigen Designkonzept. Professionell, strukturiert und persönlich.
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