Website erstellen lassen: Checkliste, Ablauf und was wirklich zählt

Eine neue Website, das klingt erstmal nach einem großen Projekt. Und ja, es ist eines. Aber wer weiß, was ihn erwartet, trifft bessere Entscheidungen, spart Zeit und bekommt am Ende eine Seite, die wirklich für das Unternehmen arbeitet. Dieser Artikel gibt Ihnen einen strukturierten Überblick, was Sie für eine professionelle Website brauchen, wie der Prozess abläuft und worauf Sie beim Beauftragen achten sollten.

Monitor zeigt Webseite mit drei Läufern im Gelände und Text "More than just a Running Club".

Was brauche ich überhaupt für eine Website?

Bevor ein Designer oder Entwickler anfängt, stehen einige grundlegende Entscheidungen an. Hier ist, was Sie vorbereiten oder zumindest durchdenken sollten:

Domain und Hosting

Ihre Domain ist Ihre Adresse im Internet, zum Beispiel www.ihr-unternehmen.de. Sie sollten klären, ob die Wunsch-Domain noch verfügbar ist, und entscheiden, wo die Website gehostet wird (also auf welchen Servern sie liegt).

Bei modernen Website-Baukästen und Plattformen wie Webflow ist Hosting inklusive, bei klassischen Lösungen wie WordPress brauchen Sie einen externen Hosting-Anbieter.

Ziel der Website

Was soll Ihre Website leisten? Neue Kunden gewinnen, ein Produkt vorstellen, einen Onlineshop betreiben, Bewerbungen generieren? Das Ziel beeinflusst Struktur, Inhalte und Design maßgeblich.

Zielgruppe

Wer besucht Ihre Seite? Endkunden, Geschäftskunden, Bewerber? Sprache, Bildsprache und Inhalte richten sich nach der Zielgruppe.

Inhalte

Texte, Bilder, Videos, Referenzen, Preislisten. Was davon existiert bereits, was muss neu erstellt werden?

Corporate Design

Logo, Farben, Schriften, Bildwelt. Gibt es bereits ein einheitliches Erscheinungsbild? Falls nicht, sollte dieses vor der Website-Erstellung definiert werden.

Budget und Zeitplan

Wann soll die Seite live gehen? Und was darf das Projekt kosten?

Tablet Mockup zeigt ein modernes Webdesign: Website erstellen lassen.

Der typische Ablauf einer Website-Erstellung

Ein professionelles Website-Projekt läuft in klaren Phasen ab. Hier ist, wie es in der Praxis aussieht:

Phase 1: Analyse und Strategie

Am Anfang steht das Gespräch. Eine gute Agentur fragt nach Ihren Zielen, Ihrer Zielgruppe, Ihrer Mitbewerber-Situation und Ihrem Markenauftritt. Auf dieser Basis wird eine Strategie entwickelt: Welche Inhalte braucht die Seite? Welche Struktur macht Sinn? Wie wird die Seite in Google gefunden?

Phase 2: Konzeption und Struktur

Jetzt entsteht die Seitenarchitektur: Welche Unterseiten gibt es? Wie navigiert ein Nutzer durch die Seite? Welche Inhalte stehen wo? Das Ergebnis ist oft ein Sitemap (Seitenstruktur) und grobe Seitenentwürfe, sogenannte Wireframes. Diese Phase ist entscheidend, weil ein schlechtes Konzept später teuer wird.

Phase 3: Webdesign

Auf Basis des Konzepts und Ihres Corporate Designs wird das visuelle Design entwickelt. Wie sieht die Startseite aus? Wie sind Farben, Schriften und Bilder eingesetzt? Wie wirkt die Seite auf dem Smartphone? Hier entstehen konkrete Designentwürfe, die Sie freigeben.

Phase 4: Entwicklung und Technologie

Das freigegebene Design wird technisch umgesetzt. Je nach Technologie (Webflow, WordPress, individuell) werden die Seiten programmiert, Funktionen eingebaut (Kontaktformular, Bildergalerien, Filter, Sprachversionen) und Inhalte eingepflegt.

Phase 5: SEO und Inhalte

Parallel zur Entwicklung oder direkt danach werden Texte optimiert, Meta-Titles und Meta-Descriptions gesetzt, Alt-Texte für Bilder hinterlegt und eine saubere URL-Struktur angelegt. Dieser Schritt entscheidet mit darüber, ob Google Ihre Seite findet.

Phase 6: Tests und Qualitätssicherung

Bevor die Seite live geht, wird sie auf Herz und Nieren geprüft: Funktioniert alles auf dem Smartphone? Läuft die Seite schnell? Sind alle Links korrekt? Gibt es Darstellungsfehler in verschiedenen Browsern? Fehler hier sind günstig, nach dem Launch werden sie teuer.

Phase 7: Launch und Übergabe

Die Seite geht online. Domain wird verbunden, alte Inhalte werden gegebenenfalls weitergeleitet, Google wird über die neue Seite informiert. Danach folgt die Übergabe: Sie bekommen entweder Zugang zum CMS, um Inhalte selbst zu pflegen, oder vereinbaren eine laufende Betreuung mit der Agentur.

Checkliste: Was Sie vor dem Start vorbereiten sollten

Hier die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

  • Ziel der Website definiert (Kundengewinnung, Information, Verkauf, Recruiting)
  • Zielgruppe beschrieben
  • Domain-Ideen geprüft (Verfügbarkeit checken)
  • Corporate Design vorhanden oder Bedarf an einem neuen Erscheinungsbild geklärt
  • Texte vorhanden oder Texter eingeplant
  • Bilder und Fotos in hoher Qualität vorhanden oder Fotoshooting eingeplant
  • Wettbewerber-Websites als Orientierung gesammelt
  • Lieblings-Websites als Inspiration benannt
  • Budget und Zeitplan definiert
  • Ansprechpartner intern festgelegt, wer gibt Feedback und Freigaben

Agentur, Freelancer oder Baukasten?

Diese Frage stellen sich viele Unternehmen. Hier ist eine ehrliche Einschätzung:

  • Website-Baukästen wie Jimdo, Wix oder Squarespace sind günstig und schnell. Sie eignen sich für sehr kleine Unternehmen mit begrenztem Budget und einfachen Anforderungen. Die Grenzen liegen in der Individualität, der Performance und der SEO-Flexibilität.
  • Freelancer sind oft günstiger als Agenturen und spezialisiert in einem Bereich, zum Beispiel Design oder Entwicklung. Das kann funktionieren, birgt aber das Risiko, dass Konzept, Strategie oder Texte auf der Strecke bleiben, wenn der Freelancer diese Leistung nicht anbietet.
  • Agenturen bieten den Vorteil, dass Strategie, Design, Entwicklung und SEO aus einer Hand kommen. Abstimmungen laufen intern, Qualitätsstandards sind definiert und Sie haben einen festen Ansprechpartner. Der Preis ist höher, dafür aber auch das Ergebnis.

Für Unternehmen, die ihre Website als ernsthaftes Vertriebsinstrument sehen, ist eine Agentur in der Regel die bessere Wahl.

Wie lange dauert eine neue Website?

Das hängt stark vom Umfang ab. Eine einfache Unternehmenswebsite (5 bis 10 Seiten) ist in 4 bis 8 Wochen realisierbar, wenn Inhalte vorbereitet sind und Feedback schnell kommt. Komplexere Projekte mit Onlineshop, mehreren Sprachen oder individuellen Funktionen brauchen 3 bis 6 Monate.

Der größte Zeitfresser in der Praxis: fehlende Texte und Bilder auf Kundenseite. Wer seine Inhalte früh vorbereitet, beschleunigt das Projekt erheblich.

FAQ
  • Was kostet eine professionelle Website?

    Das hängt vom Umfang ab. Einfache Unternehmenswebsites starten bei einigen tausend Euro. Umfangreichere Projekte mit individuellem Design, Onlineshop oder Mehrsprachigkeit kosten entsprechend mehr. Eine seriöse Agentur erstellt Ihnen nach einem ersten Gespräch ein konkretes Angebot.

  • Was ist besser, WordPress oder Webflow?

    Beide Systeme haben Stärken. WordPress ist weit verbreitet und durch Plugins sehr erweiterbar, erfordert aber mehr technische Wartung. Webflow bietet eine sehr saubere Performance, modernes Design und eine intuitive Oberfläche ohne viele Plugins. Für Unternehmenswebsites, bei denen Performance und Design im Vordergrund stehen, ist Webflow oft die bessere Wahl.

  • Kann ich meine Website nach dem Launch selbst bearbeiten?

    Ja, das ist bei modernen Systemen wie Webflow oder WordPress problemlos möglich. Sie bekommen Zugang zum CMS und können Texte, Bilder und Inhalte selbst aktualisieren, ohne Programmierkenntnisse zu brauchen.

  • Brauche ich eine neue Website, wenn meine alte noch funktioniert?

    Nicht unbedingt. Aber wenn Ihre Website nicht mobilfreundlich ist, langsam lädt, alt aussieht oder kaum über Google gefunden wird, kostet sie Sie täglich potenzielle Kunden. Ein Relaunch zahlt sich in solchen Fällen schnell aus.

  • Wie wichtig ist SEO bei einer neuen Website?

    Sehr wichtig. Eine schöne Website, die niemand findet, bringt keinen Nutzen. SEO sollte von Anfang an mitgedacht werden, in der Struktur, den Texten und den technischen Grundlagen. Nachträgliche SEO-Optimierung ist aufwändiger als von vornherein richtig zu starten.

  • Was passiert mit meiner alten Website beim Relaunch?

    Bestehende URLs sollten auf die neuen Seiten weitergeleitet werden (301-Redirects), damit Google-Rankings nicht verloren gehen und Besucher nicht auf leere Seiten laufen. Eine gute Agentur plant das als festen Bestandteil des Relaunch-Projekts ein.

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