Was brauche ich überhaupt für eine Website?
Bevor ein Designer oder Entwickler anfängt, stehen einige grundlegende Entscheidungen an. Hier ist, was Sie vorbereiten oder zumindest durchdenken sollten:
Domain und Hosting
Ihre Domain ist Ihre Adresse im Internet, zum Beispiel www.ihr-unternehmen.de. Sie sollten klären, ob die Wunsch-Domain noch verfügbar ist, und entscheiden, wo die Website gehostet wird (also auf welchen Servern sie liegt).
Bei modernen Website-Baukästen und Plattformen wie Webflow ist Hosting inklusive, bei klassischen Lösungen wie WordPress brauchen Sie einen externen Hosting-Anbieter.
Ziel der Website
Was soll Ihre Website leisten? Neue Kunden gewinnen, ein Produkt vorstellen, einen Onlineshop betreiben, Bewerbungen generieren? Das Ziel beeinflusst Struktur, Inhalte und Design maßgeblich.
Zielgruppe
Wer besucht Ihre Seite? Endkunden, Geschäftskunden, Bewerber? Sprache, Bildsprache und Inhalte richten sich nach der Zielgruppe.
Inhalte
Texte, Bilder, Videos, Referenzen, Preislisten. Was davon existiert bereits, was muss neu erstellt werden?
Corporate Design
Logo, Farben, Schriften, Bildwelt. Gibt es bereits ein einheitliches Erscheinungsbild? Falls nicht, sollte dieses vor der Website-Erstellung definiert werden.
Budget und Zeitplan
Wann soll die Seite live gehen? Und was darf das Projekt kosten?

Der typische Ablauf einer Website-Erstellung
Ein professionelles Website-Projekt läuft in klaren Phasen ab. Hier ist, wie es in der Praxis aussieht:
Phase 1: Analyse und Strategie
Am Anfang steht das Gespräch. Eine gute Agentur fragt nach Ihren Zielen, Ihrer Zielgruppe, Ihrer Mitbewerber-Situation und Ihrem Markenauftritt. Auf dieser Basis wird eine Strategie entwickelt: Welche Inhalte braucht die Seite? Welche Struktur macht Sinn? Wie wird die Seite in Google gefunden?
Phase 2: Konzeption und Struktur
Jetzt entsteht die Seitenarchitektur: Welche Unterseiten gibt es? Wie navigiert ein Nutzer durch die Seite? Welche Inhalte stehen wo? Das Ergebnis ist oft ein Sitemap (Seitenstruktur) und grobe Seitenentwürfe, sogenannte Wireframes. Diese Phase ist entscheidend, weil ein schlechtes Konzept später teuer wird.
Phase 3: Webdesign
Auf Basis des Konzepts und Ihres Corporate Designs wird das visuelle Design entwickelt. Wie sieht die Startseite aus? Wie sind Farben, Schriften und Bilder eingesetzt? Wie wirkt die Seite auf dem Smartphone? Hier entstehen konkrete Designentwürfe, die Sie freigeben.
Phase 4: Entwicklung und Technologie
Das freigegebene Design wird technisch umgesetzt. Je nach Technologie (Webflow, WordPress, individuell) werden die Seiten programmiert, Funktionen eingebaut (Kontaktformular, Bildergalerien, Filter, Sprachversionen) und Inhalte eingepflegt.
Phase 5: SEO und Inhalte
Parallel zur Entwicklung oder direkt danach werden Texte optimiert, Meta-Titles und Meta-Descriptions gesetzt, Alt-Texte für Bilder hinterlegt und eine saubere URL-Struktur angelegt. Dieser Schritt entscheidet mit darüber, ob Google Ihre Seite findet.
Phase 6: Tests und Qualitätssicherung
Bevor die Seite live geht, wird sie auf Herz und Nieren geprüft: Funktioniert alles auf dem Smartphone? Läuft die Seite schnell? Sind alle Links korrekt? Gibt es Darstellungsfehler in verschiedenen Browsern? Fehler hier sind günstig, nach dem Launch werden sie teuer.
Phase 7: Launch und Übergabe
Die Seite geht online. Domain wird verbunden, alte Inhalte werden gegebenenfalls weitergeleitet, Google wird über die neue Seite informiert. Danach folgt die Übergabe: Sie bekommen entweder Zugang zum CMS, um Inhalte selbst zu pflegen, oder vereinbaren eine laufende Betreuung mit der Agentur.
Checkliste: Was Sie vor dem Start vorbereiten sollten
Hier die wichtigsten Punkte auf einen Blick:
- Ziel der Website definiert (Kundengewinnung, Information, Verkauf, Recruiting)
- Zielgruppe beschrieben
- Domain-Ideen geprüft (Verfügbarkeit checken)
- Corporate Design vorhanden oder Bedarf an einem neuen Erscheinungsbild geklärt
- Texte vorhanden oder Texter eingeplant
- Bilder und Fotos in hoher Qualität vorhanden oder Fotoshooting eingeplant
- Wettbewerber-Websites als Orientierung gesammelt
- Lieblings-Websites als Inspiration benannt
- Budget und Zeitplan definiert
- Ansprechpartner intern festgelegt, wer gibt Feedback und Freigaben
Agentur, Freelancer oder Baukasten?
Diese Frage stellen sich viele Unternehmen. Hier ist eine ehrliche Einschätzung:
- Website-Baukästen wie Jimdo, Wix oder Squarespace sind günstig und schnell. Sie eignen sich für sehr kleine Unternehmen mit begrenztem Budget und einfachen Anforderungen. Die Grenzen liegen in der Individualität, der Performance und der SEO-Flexibilität.
- Freelancer sind oft günstiger als Agenturen und spezialisiert in einem Bereich, zum Beispiel Design oder Entwicklung. Das kann funktionieren, birgt aber das Risiko, dass Konzept, Strategie oder Texte auf der Strecke bleiben, wenn der Freelancer diese Leistung nicht anbietet.
- Agenturen bieten den Vorteil, dass Strategie, Design, Entwicklung und SEO aus einer Hand kommen. Abstimmungen laufen intern, Qualitätsstandards sind definiert und Sie haben einen festen Ansprechpartner. Der Preis ist höher, dafür aber auch das Ergebnis.
Für Unternehmen, die ihre Website als ernsthaftes Vertriebsinstrument sehen, ist eine Agentur in der Regel die bessere Wahl.
Wie lange dauert eine neue Website?
Das hängt stark vom Umfang ab. Eine einfache Unternehmenswebsite (5 bis 10 Seiten) ist in 4 bis 8 Wochen realisierbar, wenn Inhalte vorbereitet sind und Feedback schnell kommt. Komplexere Projekte mit Onlineshop, mehreren Sprachen oder individuellen Funktionen brauchen 3 bis 6 Monate.
Der größte Zeitfresser in der Praxis: fehlende Texte und Bilder auf Kundenseite. Wer seine Inhalte früh vorbereitet, beschleunigt das Projekt erheblich.